Bekannter fotografiert deine Hochzeit

Dein Bekannter soll deine Hochzeit fotografieren? Dann lese unbedingt diesen Beitrag!!!

Ein Familienmitglied oder jemand im Bekanntenkreis ist Hobbyfotograf und liebt die Fotografie? Er oder sie macht auch coole Familien- oder Landschaftsfotos und da er/sie sowieso eine Kamera hat soll diese Person auch gleich deine Traumhochzeit fotografieren? Wenn das so ist, dann BITTE lese dir unbedingt vorher diesen Beitrag durch … !

Wenn Onkel Bob deine Hochzeit fotografiert

Vorgeschichte zu diesem Artikel

Wenn du mich noch nicht kennst, ich bin selbstständiger Hochzeitvideograf und im Sommer jeden Samstag auf einer Hochzeit unterwegs. Ich habe also schon sehr viele Hochzeiten begleitet. Wie du dir vorstellen kannst, arbeite ich mit dem Hochzeitfotograf sehr eng zusammen, da wir beide das beste Ergebnis für unser Brautpaar erzielen wollen. Wir sprechen uns gegenseitig ab, wir unterstützen uns und wir arbeiten viel zusammen. So weit – so gut!

Wenn ein professioneller Hochzeitfotograf gebucht ist, ist das auch überhaupt kein Problem und der Artikel würde hier wieder enden. Doch in dieser Saison war es leider schon bei 3 von 5 Hochzeiten der Fall, dass ein Hobby-Fotograf (der eben eine Kamera besitzt und normalerweise Architektur- oder Landschaftsfotos macht) dabei war  und die Zusammenarbeit einfach nicht funktionierte.

! ACHTUNG! Ich meine tatsächlich Freunde/Bekannte die eben eine Kamera habe und noch nie eine Hochzeit fotografiert habe. Und da sie eben eine Kamera habe, die Hochzeit fotografieren sollen. Nur weil jemand Landschaften und ein paar Events bereits fotografiert hat, heißt das noch lange nicht, dass er auch Hochzeiten fotografieren kann. Natürlich gibt es auch Hobbyfotografen, die ein paar Hochzeiten pro Jahr fotografieren und perfekte Arbeit leisten (oft sogar besser als Berufsfotografen). Die meine ich nicht.

Wenn du also einen Freund oder einen Verwandten für deine Hochzeit gebucht hast, und derjenige oder diejenige kein professioneller Hochzeitfotograf ist, dann lese dir bitte unbedingt die nächsten Zeilen durch und entscheide anschließend selber, ob deine bisherige Wahl die richtige für deinen großen Tag ist – der eben doch nicht.

Hochzeitsvideo Oberösterreich

Was unterscheidet einen Hobby- durch einen Professionellen Fotografen

Wie gesagt, leider hatte ich heuer bei 3 von 5 Hochzeiten einen „Onkel Bob“ als Fotograf (so nenne ich die Person, die nur Hobby-Fotograf ist und nun eine Hochzeit begleiten soll).

Folgende Punkte unterscheiden Amateure von Profis (das sind nur jene Punkte, die bei diesen 3 Hochzeiten total daneben waren – es gibt natürlich noch mehr):

Situation 1: Onkel Bob benutzt in der Regel einen A4 Zettel mit Fotos von Brautpaarposen aus dem Internet- (vor allem von Pinterest) beim Brautpaarshooting. Er sagt zum Brautpaar Sätze wie: „So, macht’s mal das hier“ und zeigt auf ein Bild auf dem A4 Zettel.

Meinung: Gut, als Anfänger oder als Neuling in der Hochzeitsfotografie kann es schon mal vorkommen, dass man sich eine Inspriationquelle zum Shooting mitnimmt. Man möchte doch die besten Posen erhalten. Aber was einfach gar nicht geht ist, das einfach auf ein Bild am Zettel zu zeigen und zu sagen „So, macht’s mal das hier“. Erstens ist das ein fremdes Pärchen auf dem Foto, zweitens wie soll das Brautpaar wissen, wie sie sich jetzt hinstellen müssen? Ein professioneller Fotograf gibt dem Brautpaar klare Anweisungen, was es zu tun hat und zeigt nicht irgendeinen Zettel mit einer vagen Idee her.

 

Situation 2: Unser Onkel Bob macht an einer Location ein Bild vom Brautpaar und sagt: „Na, mit dem Bild werden wir nicht berühmt“.

Meinung: Absolutes NoGo. Auch wenn das Bild noch so scheiße ist, ein Fotograf darf dem Brautpaar an seinem großen Tag nie und nimmer das Gefühl geben, dass etwas nicht passt. Nicht an dem Tag auf den sie so lange hingefiebert und für den sie so viel gearbeitet haben und der einer der schönsten Tage in ihrem Leben sein soll. Der Fotograf muss dem Brautpaar immer das Gefühl geben, dass er der Profi ist, dass er die Situation perfekt im Griff hat und dass das Brautpaar wunderschön ist.

 

Situation 3: Da Onkel Bob bei seinen normalen Aufnahmen immer und bei jeder Lichtsituation mit dem Aufsteckblitz blitzt, macht er das bei der Hochzeit natürlich auch (Aufsteckblitz -> frontal auf das Brautpaar mit Dauerfeuer). Das heißt das Brautpaar wurde 15-20 Mal angeblitzt und der Fotograf hat 15-20 gleiche Fotos mit nur ganz minimalen Bewegungen!

Meinung: Hier fallen mir sofort zwei Dinge extrem auf. Einerseits: der Fotograf hat bei jedem Foto 15-20 Fotos im Dauerfeuer hintereinander gemacht. Er hat den Finger nicht vom Abdruck gehoben. Das Brautpaar hat sich aber überhaupt nicht bewegt. Was bitte bringt das? Und zum anderen – und das ist viel schlimmer das Brautpaar wurde dabei auch 15-20 Mal frontal geblitzt. Ich glaube, die zwei Verliebten haben in ihrer Hochzeitsnacht nur noch Blitze und Sternchen gesehen, so oft wie sie angeblitzt wurden. Unglaublich. Ein professioneller Hochzeitsfotograf blitzt bei der Hochzeit in der Regel nur in der Kirche und bei der Abendlocation am Abend. Aber da auch nicht mit einem Aufsteckblitz frontal, sondern mit zwei bis drei Blitzen die im Raum verteilt sind, damit der ganze Raum erhellt wird.

 

Situation 4: Onkel Bob benutzt den ganzen Tag nur ein Zoom-Objektiv (24-105mm ist der Standard).

Meinung: Professionelle Fotografen haben eine Reihe von verschiedenen Objektiven. Je nach Situation benötigt man eben andere Objektive, um bessere und hochwertigere Bilder zu erstellen. Keine Frage, mit dem 24-105mm bekommt man auch gute Fotos hin, aber weit nicht die Fotos, die heutzutage als modern gelten. Für wirklich coole Ringfotos benötigt man zum Beispiel ein Makroobjektiv. Außerdem verwenden professionelle Fotografen Linsen, die eine Blende bis zu 1.2 haben (nicht wie beim 24-105mm eine Blende 4). Wenn man eine Linse verwendet, die eine kleine Blende hat, wird das Bild heller und man muss nicht so viel Blitzen. Auch wieder ein Vorteil ;D

 

Situation 5: Das Kuchenbuffet bzw. die Hochzeitstorte ist für uns Foto-/Videografen eröffnet. Ich lasse Onkel Bob den Vortritt, er macht ein Foto von oben (mit Blitz natürlich) und ein Foto von der Seite (mit Blitz natürlich). Danach ist er fertig.

Meinung: Ein professioneller Fotograf ist kreativ! Gerade Hochzeitsfotografen sind in der Regel sehr kreativ, sie suchen sich Spiegel für ein cooles Spiegelbild, sie machen vom Kuchenbuffet aus verschiedenen Winkeln Fotos und sie machen auf jeden Fall Detailfotos von der Torte, den Kuchen und der gesamten Dekoration. Zwei Fotos vom Kuchenbuffet: so etwas geht einfach gar nicht!

 

Situation 6: Ein Onkel Bob sagte einmal zu mir: „Ich liebe keine Hochzeiten, nein ich mag keine Hochzeiten“.

Meinung: Da ich schon erkannt habe, dass der Fotograf kein Hochzeitsfotograf ist, fragte ich ihn, warum er denn eine Hochzeit fotografiert. Darauf hin sagte er mir, dass er keine Hochzeiten mag und dies nur macht, weil er ein Bekannter vom Brautpaar ist. Wieso fotografiere ich eine Hochzeit, wenn ich keine Hochzeiten mag? Geht einfach gar nicht.

Was will ich mit diesem Beitrag sagen?

Liebes Brautpaar und liebe Leser, das ist nur meine Meinung und ich habe auch überhaupt nichts gegen Hobbyfotografen. Jeder fängt mal an und jeder sollte eine Chance bekommen – gar keine Frage. Aber es ist tatsächlich ein großer Unterschied, ob ich Landschaften & Architektur oder ob ich eine Hochzeit fotografiere. Da ist ein sehr großer Unterschied. Nur weil jemand eine professionelle Kamera hat, heißt das noch lange nicht, dass er eine Hochzeit fotografieren kann. Um ein Hochzeit fotografieren zu können, muss man kreativ sein, braucht man verschiedenen Linsen, braucht man ein Gefühl für den Umgang mit dem Brautpaar, muss man sich mit Blitzen auskennen (aber nicht mit dem frontalen Aufsteckblitz) und vieles, vieles mehr. Die Liste ist lang, seeehr lang.

Was ist mein Fazit?
Bitte überlegt euch noch einmal sehr sehr gut, ob wirklich Onkel Bob eure Hochzeit, euren schönsten Tag fotografieren soll? Ich verstehe natürlich, dass ihr ein begrenztes Budget habt und dass die Hochzeit extrem viel Geld kostet. Aber dann gebt bitte einem „Neuling“ in der Hochzeitsfotografie die Chance. Der ist bemüht, der wird sich den Arsch aufreißen, der wird sich zuvor mit dem Thema Hochzeitsfotografie auseinander setzten und der wird garantiert bessere Ergebnisse liefern, als ein Werbefotograf.

Es geht um eure Hochzeitsfotos, die Fotos, die ihr in 20 Jahren noch immer anschauen werdet. Ihr sollt in 20 Jahren noch immer von der Qualität der Bilder überzeugt sein und nicht das komische Gefühl vom unprofessionellen Hobbyfotografen in euren Gedanken haben. Ihr sollt euch auch am Hochzeitstag in guten Händen fühlen – euer großer Tag, da soll einfach nichts schiefgehen und dem Zufall überlassen werden.

Hochzeitsfilmer Frameblending
Hochzeitsfilmer Frameblending

PS: Die Fotos haben nichts mit der Hochzeit oder dem Fotografen der Hochzeit zu tun. Ist nur eine kleine optische Auflockerung.

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